Monika Blank

Friedrichshafen
 

Kohlekraftwerk Brunsbüttel vor dem Aus – Grüne fordern verstärktes Engagement der TWF bei Ökostrom

PM 2008_09 - 20.06.2008, Ortsverband Friedrichshafen

Friedrichshafen - Das Kohlekraftwerk Brunsbüttel steht vor dem Aus: Der spanische Energiekonzern Iberdrola, der 51 Prozent der Investitionskosten tragen sollte, hat sich vor einigen Tagen aus dem Projekt verabschiedet. Die Grünen in Friedrichshafen erwarten nun auch den endgültigen Ausstieg der Technischen Werke Friedrichshafen (TWF) aus dem umstrittenen Kohlekraftwerksprojekt.

Es seien wohl wachsende Zweifel an der Wirtschaftlichkeit neuer Kohlekraftwerke, die den spanische Energiekonzern dazu gebracht hätten, die Notbremse bei Brunsbüttel zu ziehen. Vor dem Hauptinvestor Iberdrola haben sich bereits die Stadtwerke der Gemeinden Konstanz, Ravensburg, Hammelburg, Walldorf und Wasserburg am Inn von dem Kohle-Projekt verabschiedet.

Dass das Kohlekraftwerk nun vor dem Aus stehe, sei eine gute Nachricht für die kommenden Generationen, meint der Häfler Ortsverband von Bündnis 90 / Die Grünen. Denn den Gefahren der beginnenden, menschengemachten Klimaveränderung könne man nur entgegenwirken, wenn konsequent auf umweltfreundliche Technologien gesetzt werde: „Wir gehen davon aus, dass die TWF die Pläne für das Kohlekraftwerk nun ebenfalls fallen lassen und umweltfreundlichere Möglichkeiten finden, um sich am Markt zu behaupten“, sagt Monika Blank, Grüne Stadträtin und Vorsitzende des Grünen Ortsverbands. „Der Ausstieg von Iberdrola zeigt nämlich auch, dass das Kohlekraftwerk Brunsbüttel nicht nur klimaschädlich, sondern unwirtschaftlich und letztendlich nicht zu finanzieren ist.“

Durch die Entscheidung von Iberdrola fühlen sich die Grünen bestätigt, denn sie haben das Kohlekraftwerk stets aus wirtschaftlichen und Klimaschutz-Gründen abgelehnt. Das in Brunsbüttel geplante Kraftwerk sollte ohne Kraft-Wärme-Kopplung gebaut werden, da es am Kraftwerksstandort keine Abnehmer für die anfallende Wärme gibt. „Das heißt, 55 Prozent der Primärenergie wären als ungenutzte Wärme verloren gegangen. Zudem hätte der 1.600 Megawatt-Kraftwerksbau jährlich zwischen neun und zehn Millionen Tonnen CO2 produziert“, sagt Blank. Damit stünde das Projekt im Widerspruch zu allen Klimaschutzbemühungen Deutschlands und auch der Stadt Friedrichshafen.

„Wir wünschen uns Technische Werke, die an Privatkunden und im gewerblichen Bereich möglichst viel Öko-Strom liefern und dadurch den Energieriesen Marktanteile abnehmen können“, vertritt Blank die Position des Grünen Ortsverbands. Sicherlich sei es verfrüht, schon heute von einer klimaneutralen Energieversorgung ausgehen zu können. Aber besser als in Brunsbüttel ginge es allemal, das würden zum Beispiel die Technischen Werke Schussental beweisen, die konsequent auf den Ausbau erneuerbarer Energien setzen würden. Denn viele Kunden seien heute bereit, für klimafreundlichere Energie mehr zu bezahlen und sparsamer damit umzugehen.

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