Monika Blank

Friedrichshafen
 

Auf dem Boden der Realität angekommen: der Haushalt 2009

Grünes aus dem Gemeinderat, 31. Juli 2009

Herzlich willkommen auf dem Boden der Realität: Nach Jahren, nach Jahrzehnten des großen Geldausgebens und der Mammutprojekte ist die Stadt Friedrichshafen finanziell an ihre Grenzen gekommen. Darauf habe ich in meiner Fraktionserklärung für die Grünen zum Nachtragshaushalt 2009 ausdrücklich hingewiesen. Insbesondere die Messe ist eine schwere Hypothek für die Stadt, im O-Ton der Fraktionserklärung: “Öffentlich präsentiert wird ja immer nur die Bilanz der Betriebsgesellschaft der Messe, die jedes Jahr ein Ergebnis plus/minus Null macht. Nicht präsentiert wird die Bilanz der Besitzgesellschaft, die jedes Jahr zwischen zwei- und dreieinhalb Millionen Verlust macht, weil die Einnahmen nicht reichen, um die Zinsen und Kredite zu tilgen. In zehn Jahren kommen da locker 25 bis 35 Millionen Bilanzverlust zusammen, die eines Tages von den Gesellschaftern ausgeglichen werden müssen. Nur falls Sie es vergessen haben: Gesellschafter an der Besitzgesellschaft der Messe ist zu 98 Prozent die Stadt Friedrichshafen. Die Millionenverluste der Messe müssen also irgendwann von der Stadt ausgeglichen werden, sonst droht der Messe-Besitzgesellschaft die Insolvenz. Die Messe als städtische Messe neu zu bauen war und bleibt deshalb in unseren Augen nicht nur eine finanzielle Fehlentscheidung der Mehrheit des Gemeinderats. Die Messe stellt auch eine Bedrohung für den städtischen Haushalt und seine Handlungsfähigkeit in der Zukunft dar.”

Trotzdem erkennen wir Grünen beim jetzt vorgelegten Nachtragshaushalt an, dass damit der wahrscheinlich erste, realistische Haushalt seit Jahren vorgelegt wurde. Es gilt: Schieben, strecken, streichen. In seiner Grundausrichtung befürworten wir Grüne daher den vorgelegten Nachtragshaushalt 2009. Wir Grüne werden uns außerdem weiterhin dafür einsetzen, dass keine weiteren Großprojekte mit Schulden finanziert werden – es geht einfach nicht mehr.

Allerdings: So ganz ohne Änderungen wollten wir den Haushalt nicht hinnehmen – und konnten Erfolge feiern, mussten aber auch Misserfolge hinnehmen:

Unser Grundsatzantrag “Mehreinnahmen gehen grundsätzlich in die Rücklage bzw. dienen zur vorzeitigen Schuldentilgung” wurde bei sieben Ja-Stimmen mehrheitlich abgelehnt. Die Mehrheit wollte sich dann doch nicht binden. Da unser Antrag aber einen Grundsatz der Haushaltsdisziplin ausdrückt, wird er auch mit der Ablehnung seine Bedeutung behalten: Die Stadt muss vorrangig Schulden abbauen und das Sparbuch füllen, bevor sie an Mehrausgaben denkt. Gescheiterter Grundsatzbeschluss hin oder her.

Auf unseren Antrag, die Ausgaben für das kommunale Energiemanagement nicht zu kürzen, konnte der OB ausführlich und gut begründet antworten: Die Gelder die ursprünglich fürs Energiemanagement eingeplant werden, werden an anderer Stelle unter dem Stichwort “Konjunkturpakete des Bundes” für energetische Maßnahmen ausgegeben. Mit dieser Begründung, die es in der Vorberatung so noch nicht gegeben hatte, waren wir zufrieden und haben den Antrag zurückgezogen. Schließlich ist er im Grunde erfüllt.

Leider keinen Erfolg hatten wir mit der geplanten Rettung des Radverkehrskonzepts und dem Antrag “Einplanung von Mitteln für weitere Maßnahmen innerhalb des Radverkehrskonzepts”. Bei 17 Ja-Stimmen und 21-Nein-Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Um wenigstens einige kleinere Maßnahmen und ein, zwei bauliche Maßnahmen rund um die Schulen umsetzen zu können, hatten wir 180.000 Euro fürs Radverkehrskonzept beantragt. Ursprünglich sollten in 2009 für den Radverkehr 300.000 ausgegeben werden, im Nachtragshaushalt standen dann plötzlich nur noch 60.000 Euro. Und dabei ist es nun auch leider geblieben.

Dafür konnten wir unseren letzten Antrag wieder zurückziehen, nachdem der OB zugesagt hatte, im Herbst genau das zu tun, was wir darin forderten: “T-City: Prüfauftrag an die Verwaltung zur Vorbereitung der Haushaltsberatung 2010: Die Verwaltung wird beauftragt, dem Gemeinderat rechtzeitig zur Haushaltsberatung 2010 eine aktuelle Kosten- und Nutzenrechnung des T-City-Projekts darzulegen. Insbesondere sollen Gründe für eine Weiterverfolgung oder eines Ausstiegs aus dem Projekt mit den jeweils resultierenden Kosten dargelegt werden.” Auf den Bericht sind wir also gespannt …

Übrigens: Die gesamte Grüne Haushaltsrede zum Nachlesen gibt es hier als pdf-Download: gruene-rede_nachtrag_2009.pdf

Noch mehr Kinderbetreuung – an den Häfler Schulen

Grünes aus dem Gemeinderat, 31. Juli 2009
Wie bei den Kindertageseinrichtungen befürworten wir den Ausbau der Betreuung auch an den Schulen und die damit verbundenen Mehrkosten für die Zeppelin Stiftung. Sie sind gut angelegtes Geld. Insgesamt gibt die Stadt nun jährlich 1,3 Millionen Euro für die Betreuung an den Schulen aus. Das ist gut, aber wir [...]

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Kinder gehen vor – Rat beschließt Ausbau der Betreuung in FN

Grünes aus dem Gemeinderat, 31. Juli 2009
Der Ausbau und die Verbesserung von Bildung und Betreuung sind ein Kernthema für uns Grüne. Deshalb haben wir von den Grünen ausdrücklich befürwortet, dass die Stadt weiter in den Ausbau der Betreuung in Friedrichshafen investiert: Allein für die von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen werden zusätzlich 540.000 Euro Euro in [...]

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Grüne stellen Anträge zum Nachtragshaushalt

Pressemitteilung 2009_12 - 29.07.2009
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen Friedrichshafen
Friedrichshafen - Vier Änderungsanträge wird die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen bei der Beratung zum Nachtragshaushalt der Stadt Friedrichshafen stellen: Einen Antrag für Rücklagenbildung und Schuldenabbau, einen Antrag zum teilweisen Erhalt der Mittel für das Radverkehrsprogramm, einen zum kommunalen Energiemanagement sowie einen zum [...]

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Kein Geld mehr – Gemeinderat berät Nachtragshaushalt 2009

Grünes aus dem Gemeinderat, 14. Juli 2009
Als erstes Thema hätten wir uns etwas einfacheres gewünscht: Die erste Aufgabe für den neuen Gemeinderat heißt Nachtragshaushalt für das Jahr 2009. Spätestens jetzt kommt Friedrichshafen und sein Gemeinderat auf dem Boden der Tatsachen an - hoffentlich, denn es wird höchste Zeit: Der Stadt geht nach einem massiven Einbruch [...]

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Vereidigung des neuen Gemeinderats

Grünes aus dem Gemeinderat, 14. Juli 2009
Nach der Verabschiedung des alten Gemeinderats ging es ruckzuck: Kurze Pause, Platzwechsel, und schon saß das neue Gremium. Und stand dann kurz darauf, um vereidigt zu werden, dann noch ein fester Händedruck des OB für jede Stadträtin und jeden Stadtrat - und wir konnten in die “neue” Runde starten. [...]

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Der alte Gemeinderat tritt ab – Abschied auch vom Grünen Gerhard Leiprecht

Grünes aus dem Gemeinderat, 14. Juli 2009
Auf mehr als 70 Gemeinderatssitzungen, mehr als 200 Ausschusssitzungen und damit rund 1.100 Stunden reine Sitzungszeit kommt der Gemeinderat in der Amtszeit 2004 bis 2009. Wer da noch die Vorbereitungszeit, Fraktionssitzungen und Termine dazuzählen will, kommt locker auf ein ehrenamtliches Engagement von mehr als 2.000 Stunden in  fünf Jahren. [...]

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Grüne Fraktion in den Startlöchern

Pressemitteilung 2009_11 - 09.07.2009
Friedrichshafen - Die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen im Häfler Gemeinderat steht in den Startlöchern für die neue Amtsperiode, die am Montag beginnt: In den Gemeinderat wieder gewählt wurden Monika Blank und Regine Ankermann, beide gehörten schon bisher der Fraktion an. Mathilde Gombert wurde nach fünfjähriger Pause erneut in [...]

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