Häfler Grüne fordern TWF zum Umsteigen auf
Pressemitteilung 2009_14 - 31.08.2009,
Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen Friedrichshafen
15 Stadtwerke aus dem Südwesten beteiligen sich an einem “Offshore-Windpark” vor der Nordseeküste, der von 2011 an 400.000 Haushalte mit sauberer Energie beliefert. Die Technischen Werke Friedrichshafen (TWF) sind noch nicht dabei, denken aber wohl über eine Beteiligung an dem 1,5 Mrd. Euro teuren Projekt nach. “Wir begrüßen diese Überlegungen und fordern die TWF auf, nun die Pläne zur Beteiligung am geplanten Kohlekraftwerk Brunsbüttel aufzugeben”, sagt Matthias Klemm, der Ortsvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen.
Die Häfler Grünen haben die geplante Beteiligung der TWF am Kohlekraftwerksbau stets kritisiert. Bei einer Kraftwerksleistung von 1.600 Megawatt (MW) entstünden in Brunsbüttel jährlich 9 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2, die Beteiligung der TWF mit 15 MW würde also jährlich mit 85.000 Tonnen CO2 in der Klimabilanz negativ zu Buche schlagen. “Das passt nicht zu einem Unternehmen, das sich Ökologie auf die Fahne geschrieben hat”, meint Klemm. Die Argumente, mit denen die TWF die Beteiligung an Brunsbüttel begründet hat, waren die angeblich zu geringe Leistungsfähigkeit regenerativer Energieträger und die Ermangelung eines lukrativen Ökostrom-Projektes, an dem sich die TWF beteiligen hätten können. Beide Argumente seien nun widerlegt, so Klemm. Mittlerweile sei klar, dass große Windparks in der Nordsee und Solaranlagen in der Wüste einen signifikanten und ausbaufähigen Anteil an unserem Energiemix übernehmen können. Der nun 100 km vor Borkum geplante Windpark “Bard Offshore 1″ hat laut Medienberichten eine Peak-Leistung von 5.300 kW und kann somit 400.000 Haushalte versorgen. Hier werden unter anderem von den Stadtwerken Schussental, Pfullendorf und Tübingen insgesamt 1,5 Mrd. Euro investiert. “Diese Stadtwerke haben die Zeichen der Zeit erkannt”, meint Klemm. “Die Windkraft-Technik ist bereits ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der in Zukunft weiter wachsen wird.”
Der Klimakollaps könne noch verhindert werden, wenn konsequent auf Wind, Sonne, Biomasse und auf das Einsparen von Energie gesetzt wird. Den Stadtwerken komme hierbei eine besondere Verantwortung zu, weil sie mit einer Vorreiterrolle und einer konsequent ökologischen Ausrichtung den großen Energiekonzernen Marktanteile abnehmen können. “Es ist jetzt an der Zeit, dass die TWF von einer veralteten, klimafeindlichen Technik auf Projekte mit Zukunft umsatteln,” sagt Klemm und äußert die Hoffnung, dass dieses Thema im Aufsichtsrat ergebnisoffen diskutiert werde.
Matthias Klemm
Bündnis 90 / Die Grünen
OV Friedrichshafen