Flughafen: Nicht nur gute Nachrichten
Pressemitteilung 2009_19 - 23.12.2009, Leserbrief von Monika Blank
Der Flughafen Friedrichshafen schafft es ja in letzter Zeit fast täglich in die Zeitung – mit scheinbar guten Nachrichten. Aber wer genau hinschaut, wird schon schnell die Stirn runzeln über die seltsamen Meldungen: Flughafen-Chef Hans Weiss meldet ein positives operatives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Der Haken an der Sache: Steuern, Zinsen und Abschreibungen muss der Flughafen wie jedes andere Unternehmen auch erwirtschaften – tut er das nicht, dann schreibt er rote Zahlen. Und genau das macht der Flughafen: Für 2009 wird mit drei Millionen Euro Verlust gerechnet, 2008 war es eine Million Euro Verlust – das summiert sich. Und auf absehbare Zeit ist nicht mit besseren Ergebnissen zu rechnen, schließlich gilt das Jahr 2008 allgemein als Spitzenjahr für die Wirtschaft. Und das lief ja schon schlecht beim Flughafen. Für die Zukunft also weiterhin negative Nachrichten: Auch in den nächsten Jahre werden Verluste in Millionenhöhe geschrieben, die die Gesellschafter irgendwann ausgleichen müssen – und dann wird die öffentliche Hand, also die Bürgerinnen und Bürger, am Verlust beteiligt. Denn die Stadt ist mit 14 Prozent am Flughafen direkt beteiligt, der Landkreis hält ebenfalls 14 Prozent, weitere 25 Prozent werden von den städtischen und Stiftungsunternehmen ZF, TWF und Zeppelin gehalten. Die Bevölkerung wird also nicht nur am Fluglärm beteiligt – und wenn es nach Weiss gehen würde – dann auch an nächtlichem Fluglärm durch zusätzliche Starts – nein, wir zahlen auch noch für die horrenden Verluste des Flughafens. Kein Wunder, dass wir da schlecht schlafen.
Monika Blank
Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen, Friedrichshafen