MWZ im Gewerbegebiet Kluftern-Süd
Das war ein wahrlich schwerer Brocken für uns Grüne, wie Mathilde Gombert richtig für uns Grüne in ihrer Fraktionserklärung betonte: Wir haben für den Bebauungsplan und den geänderten Flächennutzungsplan Gewerbegebiet Kluftern-Süd gestimmt, um der MTU / Tognum die Ansiedlung eines Materialwirtschaftszentrums (MWZ) und eines geplanten Motorenwerkes (Werk 3) zu ermöglichen. Jetzt muss Immenstaad, auf dessen Fläche das Werk 3 entstehen soll, ebenfalls noch zustimmen.
Ein schwerer Brocken war allein schon die über Monate währende Diskussion in unseren Grünen Reihen, die durchaus kontrovers verlief. Denn natürlich gibt es gute Gründe, die für den Standort sprechen. Aber genauso natürlich gibt es auch gute Gründe, die gegen den Standort sprechen. Am Ende hatten wir einen klassischen Konflikt zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen auf dem Tisch liegen. Dass dieser letztendlich nicht harmonisch zu lösen war, war allen Beteiligten schnell klar. Die nun gefundene Lösung konnte die Grüne Fraktion dennoch mittragen. Auch weil die Ausgleichsmaßnahmen sehr umfangreich sind und wir verhindern wollten, dass der durch das MWZ verursachte Verkehr zwischen dem Werk 2 in Manzell und dem MWZ noch mehr Menschen trifft, als er es nun, dank der Nähe zwischen beiden Standorten, tun wird.
Keine Zustimmung fand allerdings die “Verkehrslösung” am Dornierknoten, denn hier wurde für den Radverkehr die in unseren Augen denkbar schlechteste Verkehrsführung gefunden. Den Radlern soll zugemutet werden, einen langen Umweg in Kauf zu nehmen, wenn sie von Friedrichshafen Richtung Meersburg fahren wollen. Das kann besser gelöst werden und wir hoffen, dass der Arbeitskreis Rad hier noch Einfluss nehmen kann. Denkbar wäre zum Beispiel eine Kreisverkehrslösung gewesen, die auch gut für den Radverkehr wäre. Wir haben die nun vorgeschlagene “Lückenampellösung” abgelehnt - die übrigens noch 11 weitere GegnerInnen im Rat fand. Das Ergebnis war zwar knapp (19 Ja für die Lückenampel, 15 Nein, 4 Enthaltungen) – aber leider eindeutig.