Monika Blank

Friedrichshafen
 

Grüne wollen fleischlos das Klima schützen

Pressemitteilung 2010_04 - 09.12.2010, Fraktion Bündis 90 / Die Grünen

Friedrichshafen - Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Häfler Gemeinderat möchte den Klimaschutz in Friedrichshafen voranbringen und beantragt deshalb die Einführung eines fleischfreien Wochentages für alle städtischen Einrichtungen. Als Unterstützer für die Antragstellung konnte bereits die SPD-Fraktion gewonnen werden.
„Wir möchten den Donnerstag zum vegetarischen Tag für städtische Kantinen, Schulen und Kitas erklären. An Donnerstagen sollen dort ausschließlich fleischlose Gerichte angeboten werden, die möglichst aus regional und ökologisch angebauten Lebensmitteln zubereitet wurden”, erklärt die Grüne Fraktionsvorsitzende Monika Blank. Auch die städtischen Gesellschaften sollen dazu aufgefordert werden, beim vegetarischen Donnerstag mitzumachen - und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der grün-rote Antrag wird am Montag, 13. Dezember, im Gemeinderat eingebracht, die Beratung und Beschlussfassung wird dann voraussichtlich im Frühjahr 2011 stattfinden.
„Durch den vegetarischen Donnerstag soll natürlich niemand zum Vegetarismus bekehrt werden. Vielmehr soll der vegetarischen Donnerstag den Blick auf die Zusammenhänge von ausgewogener Ernährung, vernünftigem Fleischkonsum, Gesundheit und Klimaschutz lenken”, sagt Monika Blank. Schließlich sei Fleischkonsum in hohem Maße klimarelevant.
Im Antrag von Grünen und SPD wird darauf hingewiesen, dass die Herstellung tierischer Produkte deutlich klimaschädlicher als die Erzeugung von pflanzlichen Nahrungsmitteln sei: Laut einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006 ist die Viehwirtschaft weltweit für 18 % der vom Menschen verursachten Treibhaus-Emissionen verantwortlich. Der Anteil der Fleischproduktion an den CO2-Emissionen ist fast 50 mal höher als beispielsweise der der Gemüseproduktion. „Jede Reduzierung des Fleischkonsums ist deshalb ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz - und ist darüber hinaus gesund”, findet Blank.
Schließlich sei der Konsum von weniger Fleisch wichtig für eine gesunde und ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung sieht Fleisch und Wurst höchstens zwei- bis dreimal pro Woche vor. Ohne Fleisch könne die Ernährung „vielfältig und abwechslungsreich gestaltet werden - mit viel Obst und Gemüse, aber auch mal mit schwäbischen Kässpätzle”, wie es mit einem Augenzwinkern im Antrag heißt. Die Antragsteller wollen durchaus auch traditionelle, vegetarische Gerichte auf dem Speiseplan sehen.
Die Grünen sind mit ihrer Idee für einen vegetarischen Tag als Klimaschutz-Maßnahme nicht alleine: Weltweit gibt es bereits einige Städte, die einen Wochentag zum vegetarischen Tag erklärt haben. Vorreiter war die belgische Stadt Gent, zwischenzeitlich haben sich u. a. Kapstadt, Sao Paulo sowie in Deutschland Bremen und Schwerin der Idee angeschlossen. Die belgische Stadt Gent hat in einer Modellrechnung den Klimaschutz-Effekt belegt: Wenn die 240.000 Bürger der Stadt einmal in der Woche gänzlich auf Fleisch und Fleischprodukte verzichten würden, käme das einer Ersparnis der CO2-Emissionen von 18.000 Autos im Jahr gleich.
„Auf Friedrichshafen umgerechnet folgt aus dieser Modellrechnung: Wenn 60.000 BürgerInnen einmal in der Woche vegetarisch essen, ersparen sie der Atmosphäre die CO2-Belastung von 4.500 Autos pro Jahr. Die Stadtverwaltung und die städtischen Einrichtungen könnten mit gutem Beispiel vorangehen”, heißt es in dem grün-roten Antrag. Unter Einbeziehung der Erfahrungen in anderen Städten solle der vegetarische Donnerstag deshalb auch in Friedrichshafen als öffentlichkeitswirksames Projekt im Rahmen der städtischen Klimaschutzbemühungen umgesetzt werden.

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