Unglaublicher T-City-Enthusiasmus
Grünes aus dem Gemeinderat, 13. Dezember 2011
Ist ja schon irgendwie seltsam: Da hält sich fünf Jahre lang die Begeisterung der Häfler Bevölkerung für das Projekt T-City wahrlich in Grenzen - und dann überschlägt sich die Mehrheit des Gemeinderates förmlich vor Lobpreisung. Und beschließt eine dreijährige Verlängerung. Nur so zur Erinnerung: Die Stadt hat vor etwa fünf Jahren den T-City-Städtewettbewerb gewonnen und sollte nun nicht nur ganz schnell eine hervorragende Netz-Infrastruktur bekommen - sie sollte auch als Versuchsplattform für die Entwicklung neuer IT-Dienstleistungen werden. Das mit der Infrastruktur hat sehr gut geklappt, die Anbindung ans Netz ist in (fast ganz) Friedrichshafen schnell und zuverlässig. Das mit den neuen Dienstleistungen hat mal mehr, mal weniger gut geklappt: Das Handy-Parken wurde anderswo auch schon - und früher - entwickelt (halt nicht von der Telekom), Online-Konferenzen von Ärzten gibt es schon lange an der Charité in Berlin (jetzt auch am Häfler Klinikum und im Bodenseeraum, immerhin), das elektronische Ticket für den Katamaran war dagegen der klassische Rohrkrepierer: Das eTicket gibt es woanders schon (ein Blick nach Vorarlberg hilft), in Friedrichshafen weiterhin nicht: Beim Katamaran hat es jedenfalls nicht funktioniert, es wurde einfach nicht angenommen. Unser Grünes Fazit war daher eher gemischt. Und deshalb würden wir - ginge es nach uns - T-City ziemlich emotionslos beenden und gut sein lassen. Was keine Absage an den technologischen Fortschritt sein soll - sondern einfach nur eine Absage an T-City. Tja, was soll ich sagen? Bei vier Gegenstimmen (das waren wir) wurde die “Nachprojektphase” mehrheitlich befürwortet.
Rohrkrepierer? Welch hässlich militaristisches Wort?
Anstatt “kritisch”, also passiv-nörgelnd dabei zu stehen, haben die Grünen, wie übrigens der gesamte Gemeinderat, die Chance verpasst, mit der Telekom auch sozial relevante Projekte und kreative für die Net-Community zu initiieren. Die Bereitschaft der Telekom dazu war öffentlich bekundet.